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Wärmepumpe Kosten 2026: Anschaffung, Installation und Betrieb

Eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus kostet 2026 zwischen 27.000 und 50.000 € – nach Abzug der staatlichen Förderung bleiben häufig nur 12.000 bis 22.000 € übrig. Die genauen Kosten hängen vom Wärmepumpentyp, der Erschließung der Wärmequelle und den individuellen Gegebenheiten vor Ort ab.

Dieser Artikel schlüsselt sämtliche Kostenpositionen auf: von den reinen Gerätekosten über Installation und Erschließung bis zu den laufenden Betriebskosten. Außerdem zeigt ein 20-Jahres-Vergleich, wie sich eine Wärmepumpe gegenüber Gas- und Ölheizungen rechnet.

Anschaffungskosten nach Wärmepumpentyp

Die Investitionskosten unterscheiden sich je nach Wärmequelle erheblich. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind am günstigsten, weil keine aufwendige Erschließung der Wärmequelle erforderlich ist. Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen kosten durch Bohrungen oder Erdarbeiten deutlich mehr.

Wärmepumpentyp Gerätekosten Gesamtkosten inkl. Installation
Luft-Wasser 8.000–16.000 € 27.000–40.000 €
Sole-Wasser (Flächenkollektor) 12.000–15.000 € 35.000–45.000 €
Sole-Wasser (Erdsonde) 12.000–15.000 € 40.000–50.000 €
Wasser-Wasser 9.000–12.000 € 40.000–50.000 €

Die Preisspanne innerhalb eines Typs erklärt sich durch unterschiedliche Leistungsklassen (6 bis 16 kW), Herstellermarken und regionale Preisunterschiede. In Süddeutschland liegen die Handwerkerkosten tendenziell höher als im Norden. Online-Anbieter wie 1Komma5° oder Thermondo bieten oft Paketpreise, die unter den Angeboten lokaler Fachbetriebe liegen – allerdings mit weniger individueller Beratung.

Installationskosten im Detail

Die reinen Gerätekosten machen nur einen Teil der Gesamtinvestition aus. Der größere Anteil entfällt auf Installation und Erschließung der Wärmequelle.

Die Installationskosten setzen sich typischerweise zusammen aus:

  • Demontage der Altanlage: 500–1.500 € (je nach Komplexität und Entsorgung)
  • Hydraulischer Anschluss: 1.500–3.000 € (Verrohrung, Pumpen, Ventile)
  • Elektroinstallation: 800–2.000 € (Zuleitung, Absicherung, Smart-Grid-Ready)
  • Fundamentarbeiten für das Außengerät: 500–1.500 €
  • Inbetriebnahme und Einweisung: 300–600 €

Bei Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen kommen die Erschließungskosten hinzu:

  • Erdkollektoren (Flächenkollektoren): 2.000–5.000 € – etwa 40 bis 60 €/m² verlegte Fläche. Benötigt werden je nach Heizlast 200 bis 400 m² Gartenfläche.
  • Erdsonden (Tiefenbohrung): 6.000–18.000 € – etwa 50 bis 100 €/Bohrmeter. Für ein Einfamilienhaus sind meist 80 bis 150 Bohrmeter erforderlich.
  • Grundwasserbrunnen: 4.000–7.000 € – zwei Bohrungen (Saug- und Schluckbrunnen) mit je 100 bis 150 €/Meter.

Genehmigungspflicht beachten: Für Erdsonden und Grundwasserbrunnen ist eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich. Die Bearbeitungsgebühr liegt bei 200–500 €, die Bearbeitungszeit bei 4–12 Wochen.

Betriebskosten: Strom und Wartung

Die laufenden Kosten einer Wärmepumpe bestehen aus Stromkosten und Wartung. Beide Positionen liegen deutlich unter den Brennstoffkosten einer Gas- oder Ölheizung.

Stromkosten berechnen

Die jährlichen Stromkosten lassen sich mit einer einfachen Formel ermitteln:

Jährliche Stromkosten = Wärmebedarf ÷ JAZ × Strompreis

Ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Wärmebedarf (Heizung und Warmwasser) und einer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,5 verbraucht demnach 5.714 kWh Strom pro Jahr. Bei einem Wärmepumpenstromtarif von 0,27 €/kWh ergeben sich Jahreskosten von rund 1.540 €.

Der Strompreis hat erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit. Mit einer eigenen Photovoltaikanlage sinken die Betriebskosten nochmals deutlich:

Stromquelle Preis pro kWh Jahreskosten (bei 5.714 kWh)
Wärmepumpentarif 0,27 € 1.543 €
Haushaltsstrom 0,36 € 2.057 €
PV-Eigenverbrauch 0,10–0,15 € 571–857 €

Wartungskosten

Wärmepumpen sind wartungsarm. Eine jährliche Inspektion kostet zwischen 150 und 250 € – weniger als bei Gas- oder Ölheizungen, weil kein Schornsteinfeger erforderlich ist. Die Ersparnis gegenüber einer Gasheizung beträgt etwa 80 €/Jahr.

Kältemittel-Nachfüllungen sind bei modernen Anlagen selten. Falls doch nötig, liegen die Kosten bei 200 bis 400 €. Viele Hersteller gewähren Garantien von 5 bis 10 Jahren auf den Verdichter.

Förderung 2026: Bis zu 70 % Zuschuss

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) macht Wärmepumpen wirtschaftlich attraktiv. Der Zuschuss setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen:

Die Grundförderung beträgt 30 % der förderfähigen Kosten. Hinzu kommen folgende Boni:

  • Klimageschwindigkeitsbonus: +20 % bei Austausch einer funktionsfähigen fossilen Heizung (Öl, Gas, Kohle, Nachtspeicher). Der Bonus sinkt ab 2027 auf 15 %.
  • Einkommensbonus: +30 % für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 40.000 €.
  • Effizienzbonus: +5 % für Wärmepumpen mit natürlichem Kältemittel (Propan, CO₂) oder für Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen.

Die maximale Fördersumme liegt bei 70 % der förderfähigen Kosten, die auf 30.000 € gedeckelt sind. Der höchstmögliche Zuschuss beträgt damit 21.000 €.

Rechenbeispiel

Eine Familie ersetzt ihre 20 Jahre alte Gasheizung durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für 30.000 €. Das Haushaltseinkommen liegt bei 55.000 € (kein Einkommensbonus). Die Förderung setzt sich zusammen aus:

  • Grundförderung: 30 % = 9.000 €
  • Klimageschwindigkeitsbonus: 20 % = 6.000 €
  • Gesamtzuschuss: 50 % = 15.000 €

Die Eigeninvestition reduziert sich auf 15.000 €.

KfW-Ergänzungskredit

Wer die Investition finanzieren möchte, kann zusätzlich zum Zuschuss den KfW-Ergänzungskredit (Programm 358/359) nutzen. Er bietet bis zu 120.000 € zu günstigen Zinsen. Haushalte mit einem Einkommen unter 90.000 € erhalten einen besonders niedrigen Zinssatz von derzeit unter 2 %.

Neue Anforderung ab 2026: Außenaufgestellte Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen mindestens 10 dB unter den EU-Ökodesign-Grenzwerten liegen, um förderfähig zu sein (vorher: 5 dB). Achten Sie bei der Geräteauswahl auf die Schallleistungsangaben.

Gesamtkostenvergleich über 20 Jahre

Die höhere Anfangsinvestition einer Wärmepumpe relativiert sich durch niedrigere Betriebskosten und steigende CO₂-Preise bei fossilen Brennstoffen. Ein Vergleich über 20 Jahre zeigt die tatsächliche Wirtschaftlichkeit.

Heizsystem Anschaffung Förderung Jährl. Kosten 20-Jahres-TCO
Wärmepumpe 30.000 € –15.000 € 1.700 € 49.000 €
Gasheizung 11.000 € 2.400 € 59.000 €
Ölheizung 12.000 € 2.600 € 64.000 €

Die jährlichen Kosten der Gasheizung beinhalten bereits die CO₂-Abgabe, die 2025 bei 55 €/Tonne liegt und weiter steigen wird. Über 20 Jahre summiert sich die CO₂-Abgabe bei Gas auf schätzungsweise 6.000 €. Hinzu kommt ab 2029 die gesetzliche Pflicht, schrittweise Biogas oder Wasserstoff beizumischen – mit ungewissen Mehrkosten.

Die Wärmepumpe spart gegenüber Gas über 20 Jahre etwa 10.000 €, gegenüber Öl etwa 15.000 €. Bei Kombination mit einer Photovoltaikanlage sinken die Betriebskosten auf 800–1.000 €/Jahr, was den Vorsprung weiter vergrößert.

Häufig übersehene Nebenkosten

Diese Positionen fehlen oft im Angebot: Neben Gerät und Installation können weitere Kosten anfallen, die nicht immer im ersten Angebot enthalten sind.

  • Energieberater für Förderantrag: 400–800 € (teilweise förderfähig)
  • Pufferspeicher (300–500 Liter): 1.000–2.500 € (nicht immer erforderlich, aber empfohlen bei EVU-Sperrzeiten)
  • Anpassung der Heizungshydraulik: 500–2.000 € (hydraulischer Abgleich nach Verfahren B für Förderung obligatorisch)
  • Zählerumbau für Wärmepumpentarif: 100–300 €
  • Genehmigung für Erdsondenbohrung: 200–500 €

Diese Nebenkosten summieren sich auf 2.000 bis 6.000 €. Sie sollten im Vorfeld eingeplant werden, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Fazit

Zusammenfassung: Die Investition in eine Wärmepumpe liegt 2026 zwischen 27.000 und 50.000 € – nach Abzug der staatlichen Förderung von bis zu 70 % bleiben oft nur 12.000 bis 22.000 € Eigenanteil übrig. Bei Betriebskosten von 1.200 bis 1.800 € pro Jahr ist die Wärmepumpe langfristig günstiger als Gas oder Öl. Der Kostenvorteil wächst mit steigenden CO₂-Preisen und sinkt weiter, wenn eine Photovoltaikanlage den Strombedarf teilweise deckt. Wer die Fördervoraussetzungen erfüllt und einen effizienten Betrieb sicherstellt, amortisiert die Mehrkosten gegenüber einer Gasheizung innerhalb von 5 bis 8 Jahren.


Diese Serie im Überblick

  1. Wärmepumpe: Der komplette Ratgeber – Übersicht und Einführung
  2. Der Anti-Kühlschrank: Wie funktioniert eine Wärmepumpe? – Physikalische Grundlagen
  3. Die Komponenten: Wärmetauscher, Kompressor und Expansionsventil – Bauteile im Detail
  4. Kennzahlen und Dimensionierung – COP, JAZ, Auslegung
  5. Betriebsweisen: Monovalent, Bivalent und Hybrid – Betriebsarten erklärt
  6. Wärmepumpen-Typen und das Dreamteam mit Solaranlagen – Typen & Kombination mit PV
  7. SCOP erklärt: Effizienz von Wärmepumpen bewerten – Saisonale Leistungszahl
  8. Wärmepumpe Kosten: Anschaffung, Installation und Betrieb – Sie sind hier

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Quellen


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