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Solaranlage planen: Schritt für Schritt zur eigenen PV-Anlage

Eine Photovoltaikanlage ist eine Investition für Jahrzehnte. Die Planung entscheidet über Ertrag, Wirtschaftlichkeit und Zufriedenheit mit der Anlage. Wer vorher die richtigen Fragen stellt und systematisch vorgeht, vermeidet teure Fehler und nutzt das volle Potenzial seines Daches.

Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch den Planungsprozess – von der ersten Dachbeurteilung über die Dimensionierung bis zur Auswahl des Fachbetriebs. Mit dieser Anleitung treffen Sie fundierte Entscheidungen und wissen, worauf es ankommt.


Schritt 1: Ist Ihr Dach geeignet?

Nicht jedes Dach eignet sich gleichermaßen für Photovoltaik. Vor der detaillierten Planung sollten Sie prüfen, ob die Grundvoraussetzungen erfüllt sind.

Dachzustand und Statik

Ein intaktes Dach ist Pflicht. Solarmodule haben eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren – eine Dachreparatur nach der Installation ist aufwendig und teuer. Prüfen Sie:

  • Dacheindeckung: Ist das Dach dicht? Sind Ziegel oder Dachpappe in gutem Zustand?
  • Alter der Dachhaut: Bei Bitumendächern oder Dachpappe älter als 15 Jahre sollte vor der Montage saniert werden
  • Statik: Ein Solarmodul wiegt 18 bis 22 kg, dazu kommen Montagegestell und Schneelast. Bei älteren Gebäuden empfiehlt sich eine statische Prüfung durch einen Fachmann

Dachfläche und Ausrichtung

Die verfügbare Fläche bestimmt die maximale Anlagengröße. Pro Kilowatt peak (kWp) Leistung werden etwa 5 bis 6 m² Dachfläche benötigt. Ein 40 m² großes Dach bietet Platz für 7 bis 8 kWp.

Die Ausrichtung beeinflusst den Jahresertrag erheblich:

Ausrichtung Neigung Ertrag (relativ zu Süd)
Süd 30–35° 100%
Südost/Südwest 30–35° 95–98%
Ost/West 30–35° 85–90%
Nord beliebig 60–70% (meist unwirtschaftlich)

Süddächer sind optimal, aber auch Ost-West-Dächer lohnen sich. Sie erzeugen Strom gleichmäßiger über den Tag verteilt und erhöhen so den Eigenverbrauch.

Verschattung

Schatten sind der Feind jeder PV-Anlage. Bereits ein kleiner Schatten kann den Ertrag eines ganzen Strings erheblich mindern. Prüfen Sie potenzielle Schattenquellen:

  • Nachbargebäude
  • Bäume (beachten Sie das Wachstum über 25 Jahre)
  • Schornsteine, Gauben, Satellitenschüsseln
  • Dachfenster

Für eine präzise Verschattungsanalyse nutzen Sie:

  • Google Earth mit Sonnensimulation (kostenlos)
  • PVGis mit Horizontprofil (kostenlos, online verfügbar)
  • Professionelle Tools wie PV*SOL oder Polysun (vom Fachbetrieb)

Bei unvermeidbarer Teilverschattung helfen Mikro-Wechselrichter oder Leistungsoptimierer, die Verluste zu minimieren.


Schritt 2: Strombedarf ermitteln

Die Anlagengröße richtet sich nach Ihrem Stromverbrauch. Eine zu kleine Anlage verschenkt Potenzial, eine überdimensionierte Anlage rechnet sich langsamer.

Jahresverbrauch als Basis

Ermitteln Sie Ihren durchschnittlichen Jahresverbrauch aus den letzten 2 bis 3 Jahren. Die Werte finden Sie auf Ihrer Stromabrechnung.

Typische Verbräuche nach Haushaltsgröße:

Haushaltsgröße Verbrauch ohne E-Mobilität/WP Verbrauch mit E-Auto Verbrauch mit Wärmepumpe
1–2 Personen 2.000–3.000 kWh/a 4.000–6.000 kWh/a 5.000–8.000 kWh/a
3–4 Personen 3.500–5.000 kWh/a 5.500–8.000 kWh/a 6.500–10.000 kWh/a
5+ Personen 5.000–7.000 kWh/a 7.000–10.000 kWh/a 8.000–12.000 kWh/a

Elektroautos verbrauchen je nach Fahrleistung 2.000 bis 4.000 kWh pro Jahr. Wärmepumpen in Einfamilienhäusern benötigen 3.000 bis 6.000 kWh, abhängig von Gebäudedämmung und Heizlast.

Lastprofil analysieren

Der Zeitpunkt des Verbrauchs ist wichtiger als die Gesamtmenge. Wer tagsüber kaum zu Hause ist, verbraucht Solarstrom anders als ein Homeoffice-Haushalt.

Fragen Sie sich:

  • Wann verbrauchen wir am meisten Strom? Morgens, mittags, abends?
  • Welche Großverbraucher laufen tagsüber? Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler, Wärmepumpe
  • Können wir Verbrauch in die Sonnenstunden verschieben? Timer, Smart Home, Laderegelung

Ein typisches Lastprofil zeigt Verbrauchsspitzen morgens (6–8 Uhr) und abends (18–21 Uhr). Solarstrom fällt hauptsächlich mittags (11–15 Uhr) an. Die Überschneidung bestimmt den Eigenverbrauch ohne Speicher.

Zukünftiger Bedarf einplanen

Planen Sie für die nächsten 5 bis 10 Jahre:

  • Anschaffung eines Elektroautos?
  • Installation einer Wärmepumpe?
  • Pool oder Sauna geplant?
  • Homeoffice dauerhaft?

Diese Änderungen erhöhen den Strombedarf erheblich. Wer heute zu knapp plant, ärgert sich später.


Schritt 3: Anlagengröße dimensionieren

Aus Dachfläche und Strombedarf ergibt sich die optimale Anlagengröße. Es gilt: So groß wie möglich, so klein wie wirtschaftlich sinnvoll.

Faustformel für die Dimensionierung

Eine bewährte Faustregel lautet: 1 kWp Anlagenleistung pro 1.000 kWh Jahresverbrauch. Ein Haushalt mit 5.000 kWh Verbrauch benötigt demnach etwa 5 kWp.

In Deutschland erzeugt 1 kWp durchschnittlich 900 bis 1.100 kWh pro Jahr, abhängig von:

  • Standort (Süddeutschland: 1.100 kWh, Norddeutschland: 900 kWh)
  • Dachneigung und Ausrichtung
  • Verschattung

Speicher mit einbeziehen

Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch von typischerweise 30% auf 60 bis 70%. Die Speichergröße sollte zum Verbrauchsprofil passen:

Speicherdimensionierung:

  • Kleine Speicher (5–7 kWh): Für 3.000–5.000 kWh Jahresverbrauch, ohne E-Auto oder WP
  • Mittlere Speicher (8–12 kWh): Für 5.000–8.000 kWh Jahresverbrauch, mit E-Auto oder kleiner WP
  • Große Speicher (13–20 kWh): Für über 8.000 kWh Jahresverbrauch, E-Auto und WP

Faustregel: Speicherkapazität in kWh = täglicher Stromverbrauch in kWh × 0,8 bis 1,2

Ein Haushalt mit 5.000 kWh Jahresverbrauch (≈14 kWh/Tag) benötigt etwa 11 bis 17 kWh Speicher. In der Praxis werden 10 bis 12 kWh gewählt – ein Kompromiss zwischen Wirtschaftlichkeit und Autarkie.

Beispielrechnung

Ausgangssituation:

  • 4-Personen-Haushalt
  • Jahresverbrauch: 4.500 kWh
  • Geplant: Elektroauto in 2 Jahren (+3.000 kWh)
  • Verfügbare Dachfläche: 50 m² (Südausrichtung, 35° Neigung)
  • Standort: Süddeutschland

Dimensionierung:

  1. Gesamtverbrauch: 4.500 + 3.000 = 7.500 kWh/a
  2. Anlagengröße: 7.500 kWh ÷ 1.100 kWh/kWp = 6,8 kWp → 7 kWp
  3. Modulanzahl: 7 kWp ÷ 0,42 kWp/Modul ≈ 17 Module
  4. Flächenbedarf: 17 Module × 2 m²/Modul = 34 m² (passt auf das Dach)
  5. Speichergröße: 7.500 kWh ÷ 365 Tage ≈ 21 kWh/Tag → Speicher: 12–15 kWh

Ergebnis: 7-kWp-Anlage mit 12-kWh-Speicher


Schritt 4: Wirtschaftlichkeit prüfen

Eine PV-Anlage muss sich über ihre Lebensdauer rechnen. Entscheidend sind Investitionskosten, Stromertrag, Strompreisentwicklung und Förderung.

Investitionskosten 2026

Aktuelle Richtwerte für schlüsselfertige Anlagen:

Anlagengröße Kosten ohne Speicher Kosten mit 10-kWh-Speicher Kosten pro kWp
5 kWp 7.000–9.000 € 12.000–15.000 € 1.400–1.800 €
7 kWp 9.500–12.500 € 15.000–19.000 € 1.350–1.780 €
10 kWp 12.000–16.000 € 18.000–23.000 € 1.200–1.600 €

Größere Anlagen sind pro kWp günstiger. Batteriespeicher kosten zusätzlich 500 bis 800 € pro kWh Kapazität.

Stromertrag berechnen

Nutzen Sie Online-Rechner wie PVGis (kostenlos von der EU-Kommission) für eine präzise Ertragsprognose. Sie benötigen:

  • Standort (Adresse oder Koordinaten)
  • Dachneigung
  • Ausrichtung
  • Anlagenleistung in kWp
  • Modultyp (kristallin)

PVGis liefert monatliche und jährliche Ertragswerte unter Berücksichtigung von Wetter, Verschattung und Systemverlusten.

Amortisationszeit

Die Amortisationszeit gibt an, nach wie vielen Jahren sich die Investition durch Stromkostenersparnis refinanziert hat.

Vereinfachte Berechnung:

Amortisationszeit = Investitionskosten ÷ jährliche Ersparnis

Beispiel:

  • Investition: 16.000 € (7 kWp + 10 kWh Speicher)
  • Jahresertrag: 7.500 kWh
  • Eigenverbrauch: 65% (mit Speicher) = 4.875 kWh
  • Netzeinspeisung: 35% = 2.625 kWh
  • Strompreis: 0,35 €/kWh
  • Einspeisevergütung: 0,08 €/kWh

Jährliche Ersparnis:

  • Eigenverbrauch: 4.875 kWh × 0,35 €/kWh = 1.706 €
  • Einspeisung: 2.625 kWh × 0,08 €/kWh = 210 €
  • Gesamt: 1.916 € pro Jahr

Amortisationszeit: 16.000 € ÷ 1.916 €/a = 8,4 Jahre

Nach dieser Zeit arbeitet die Anlage gewinnbringend. Bei 25 Jahren Lebensdauer bleiben 16 bis 17 Jahre reiner Gewinn.

Förderung nutzen

Photovoltaik wird in Deutschland über mehrere Programme gefördert:

Einspeisevergütung (EEG):

  • Garantiert für 20 Jahre ab Inbetriebnahme
  • 2026: ca. 8 bis 9 Cent/kWh (je nach Anlagengröße)
  • Degression: Monatlich leicht sinkend

KfW-Kredit 270:

  • Zinsgünstiger Kredit für PV-Anlagen und Speicher
  • Bis 150.000 € Kreditbetrag
  • Aktuell: 2,5–4% Zinssatz

Regionale Förderung:

  • Viele Bundesländer und Kommunen bieten Zuschüsse
  • Speicherförderung in Bayern, NRW, Thüringen
  • Oft einkommensabhängig oder an weitere Maßnahmen gekoppelt

Prüfen Sie die Förderdatenbank des Bundes: www.foerderdatenbank.de


Schritt 5: Komponenten auswählen

Die Wahl der richtigen Komponenten beeinflusst Ertrag, Lebensdauer und Wartungsaufwand.

Solarmodule

Kristalline Siliziummodule dominieren den Markt. Achten Sie auf:

Leistung: Moderne Module liefern 400 bis 450 Wp. Hochleistungsmodule mit TOPCon oder Heterojunction schaffen über 450 Wp.

Wirkungsgrad: 20 bis 23% sind Standard. Höhere Wirkungsgrade sind bei begrenzter Dachfläche sinnvoll.

Garantie:

  • Produktgarantie: mindestens 12 Jahre (besser 15 oder 20 Jahre)
  • Leistungsgarantie: 25 Jahre mit 80–85% Restleistung

Technologie:

  • Monokristallin PERC: Standard, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • TOPCon: Höherer Wirkungsgrad, bessere Schwachlichtleistung
  • Heterojunction (HJT): Premium, höchste Effizienz, temperaturstabil

Bekannte Hersteller: Longi, JA Solar, Trina Solar, Meyer Burger (europäisch), SolarWatt (deutsch)

Wechselrichter

Der Wechselrichter sollte zur Anlagengröße passen. Faustformel: 90 bis 100% der Modulleistung.

Wechselrichter-Typen:

Typ Vorteile Nachteile Einsatzgebiet
String-WR Günstig, effizient, bewährt Anfällig bei Teilverschattung Einfache Dächer ohne Schatten
Hybrid-WR Integrierter Speicherregler Teurer, komplexer Anlagen mit Batteriespeicher
Mikro-WR Jedes Modul unabhängig Hohe Kosten, mehr Komponenten Verschattete/komplexe Dächer

Wichtige Merkmale:

  • Wirkungsgrad: mindestens 96%, besser 97–98%
  • MPPT-Tracker: mindestens 2 bei mehreren Dachflächen
  • Kühlung: Lüfterlos ist leiser und wartungsärmer
  • Garantie: mindestens 10 Jahre

Bekannte Hersteller: SMA, Fronius, Kostal, Huawei, SolarEdge

Batteriespeicher

Lithium-Eisenphosphat (LFP) hat sich als Standard durchgesetzt. LFP-Akkus sind sicherer, langlebiger und zyklenfester als andere Lithium-Technologien.

Auswahlkriterien:

  • Kapazität: Siehe Dimensionierung (Schritt 3)
  • Entladetiefe (DoD): mindestens 90%, besser 95–100%
  • Wirkungsgrad: mindestens 95%
  • Zyklenanzahl: mindestens 6.000 Vollzyklen (entspricht ca. 20 Jahren)
  • Garantie: 10 Jahre mit 80% Restkapazität

Bekannte Hersteller: BYD, Pylontech, SENEC, Fronius, Huawei


Schritt 6: Fachbetrieb finden

Die Wahl des Installateurs ist entscheidend. Eine PV-Anlage ist komplex – Fehler bei Planung oder Montage kosten Ertrag und Nerven.

Qualitätskriterien

Achten Sie auf folgende Merkmale:

Qualifikation:

  • Meisterbetrieb Elektrotechnik
  • Zertifizierung nach DIN EN 61724 (PV-Systemmonitoring)
  • Mitglied in Fachverbänden (z.B. Bundesverband Solarwirtschaft)

Erfahrung:

  • Mindestens 50 installierte Anlagen
  • Referenzen aus der Region
  • Spezialisierung auf Wohngebäude

Leistungsumfang:

  • Vor-Ort-Begehung und Dachvermessung
  • Verschattungsanalyse
  • Detaillierte Angebotskalkulation (kein Pauschalangebot)
  • Anmeldung beim Netzbetreiber und Marktstammdatenregister
  • Inbetriebnahme und Einweisung
  • Wartungsvertrag optional

Angebote vergleichen

Holen Sie mindestens 3 Angebote ein und vergleichen Sie:

Preise:

  • Gesamtpreis (Material + Montage + Anmeldung)
  • Preis pro kWp
  • Zahlungsbedingungen (Abschlagszahlungen nach Baufortschritt)

Komponenten:

  • Hersteller und Modelle (Datenblätter anfordern)
  • Garantieleistungen
  • Erweiterbarkeit (Speicher nachrüstbar?)

Ertragsprognose:

  • Jährlicher Ertrag in kWh
  • Eigenverbrauchsquote
  • Wirtschaftlichkeitsberechnung

Zeitplan:

  • Lieferzeit der Komponenten
  • Montagedauer (meist 1–2 Tage)
  • Netzanschluss (kann 4–12 Wochen dauern)

Seien Sie misstrauisch bei:

  • Vorkasse ohne Gegenleistung
  • Unrealistisch niedrigen Preisen (unter 1.000 €/kWp)
  • Hochdruck-Verkaufstaktiken
  • Fehlenden Garantienachweisen

Vertragsabschluss

Achten Sie auf klare Vertragsbedingungen:

  • Feste Zusage von Komponenten (Hersteller, Modell)
  • Leistungszusagen (Ertrag, Eigenverbrauch)
  • Gewährleistung nach BGB (mindestens 2 Jahre)
  • Versicherungsnachweis des Installateurs
  • Abnahmeprotokoll und Inbetriebnahme-Dokumentation

Schritt 7: Genehmigungen und Anmeldung

In Deutschland sind PV-Anlagen auf Wohngebäuden meist genehmigungsfrei. Dennoch gibt es Meldepflichten.

Baugenehmigung

Nicht erforderlich für:

  • Aufdachanlagen auf Wohngebäuden
  • Flachdachanlagen mit Aufständerung unter 1 Meter Höhe

Erforderlich für:

  • Denkmalgeschützte Gebäude
  • Freiflächenanlagen
  • Fassadenanlagen in manchen Bundesländern
  • Anlagen in Landschaftsschutzgebieten

Prüfen Sie die Bauordnung Ihres Bundeslandes oder fragen Sie beim örtlichen Bauamt nach.

Anmeldung beim Netzbetreiber

Die Anmeldung beim Netzbetreiber ist Pflicht und erfolgt in zwei Schritten:

1. Anmeldung (vor Installation):

  • Formular beim örtlichen Netzbetreiber einreichen
  • Technische Daten der Anlage angeben
  • Wartezeit: 4 bis 12 Wochen

2. Anzeige der Inbetriebnahme (nach Installation):

  • Inbetriebsetzungsprotokoll einreichen
  • Zählertausch beantragen (falls erforderlich)

Ihr Fachbetrieb übernimmt diese Formalitäten meist im Auftrag.

Marktstammdatenregister (MaStR)

Jede PV-Anlage muss im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden. Dies ist Voraussetzung für die Einspeisevergütung.

Anmeldung innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme:

Die Registrierung ist kostenlos und dauert etwa 15 Minuten.


Schritt 8: Installation und Inbetriebnahme

Die Montage einer PV-Anlage dauert in der Regel 1 bis 2 Tage. Ein typischer Ablauf:

Tag 1 – Montage:

  • Gerüstaufbau (falls erforderlich)
  • Dachhaken setzen
  • Montageschienen befestigen
  • Module montieren und verkabeln
  • Wechselrichter und Speicher installieren
  • Gleichstromleitungen verlegen

Tag 2 – Elektroanschluss:

  • Wechselstromanschluss an Hausverteilung
  • Zählerschrank anpassen
  • Anschluss an Stromnetz (durch Elektriker oder Netzbetreiber)
  • Inbetriebnahme und Funktionstest

Nach erfolgreicher Inbetriebnahme erhalten Sie:

  • Inbetriebnahmeprotokoll
  • Anlagendokumentation (Schaltplan, Datenblätter)
  • Einweisung in die Bedienung
  • Zugang zu Monitoring-App oder -Portal

Schritt 9: Monitoring und Wartung

Eine gut geplante Anlage läuft weitgehend wartungsfrei. Dennoch sollten Sie die Leistung überwachen und gelegentliche Checks durchführen.

Ertragsüberwachung

Moderne Wechselrichter bieten Monitoring über App oder Webportal. Sie sehen:

  • Aktuelle Leistung (in Watt)
  • Tagesertrag, Monatsertrag, Jahresertrag (in kWh)
  • Eigenverbrauch und Netzeinspeisung
  • Historische Daten und Vergleich mit Vorjahren

Prüfen Sie monatlich, ob der Ertrag den Erwartungen entspricht. PVGis liefert Referenzwerte für Ihren Standort.

Wartung

PV-Anlagen sind wartungsarm, aber nicht wartungsfrei:

Jährlich:

  • Sichtprüfung: Module unbeschädigt? Befestigung fest?
  • Verschattung: Neue Hindernisse (Bäume, Neubauten)?

Alle 2–3 Jahre:

  • Reinigung der Module (nur bei starker Verschmutzung nötig)
  • Sichtprüfung der Kabel und Anschlüsse

Alle 5 Jahre:

  • Überprüfung durch Fachbetrieb
  • Isolationsmessung
  • Thermografie bei Verdacht auf defekte Module

Viele Installationsbetriebe bieten Wartungsverträge an (100–200 € pro Jahr).


Fazit

Auf den Punkt: Eine sorgfältige Planung ist die Basis für eine ertragreiche und wirtschaftliche PV-Anlage. Dachzustand, Strombedarf, Verschattung und Dimensionierung müssen stimmen. Wer systematisch vorgeht und einen qualifizierten Fachbetrieb wählt, vermeidet Fehler und maximiert den Nutzen seiner Investition.

Die Planung einer Solaranlage mag auf den ersten Blick komplex erscheinen. Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung haben Sie jedoch alle Werkzeuge an der Hand, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Nehmen Sie sich Zeit für jeden Schritt – die Mühe zahlt sich über Jahrzehnte aus.

Für die technischen Grundlagen empfehlen wir den Artikel Photovoltaik: Der komplette Ratgeber 2026. Details zum Aufbau einer PV-Anlage finden Sie im Artikel Aufbau einer PV-Anlage: Vom Modul bis zur Einspeisung.


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Quellen