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Was ist ein Balkonkraftwerk?

Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit sind heute wichtiger denn je. Wenn es um nachhaltige Energieerzeugung geht, denken viele Menschen sofort an Solaranlagen. Doch was, wenn man zur Miete wohnt oder keinen Platz für eine große PV-Anlage hat?

Die Lösung: Balkonkraftwerke – kleine, platzsparende Solaranlagen, die an Balkonen, auf Terrassen oder an Hausfassaden montiert werden können.

Der Boom der Balkonkraftwerke

Die statistischen Daten sind beeindruckend: Die Anzahl der in Betrieb genommenen Balkonkraftwerke in Deutschland hat sich zwischen 2022 und 2024 knapp verzehnfacht. Die Gründe:

  • Technologischer Fortschritt: Komponenten werden günstiger und effizienter
  • Gesetzliche Erleichterungen: Seit 2024 haben Mieter das Recht auf ein Balkonkraftwerk
  • Vereinfachte Anmeldung: Nur noch eine Registrierung im Marktstammdatenregister nötig

Definition: Was genau ist ein Balkonkraftwerk?

Laut dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und der Bundesnetzagentur werden als Balkonkraftwerk (auch Stecker-Solargerät genannt) kleine PV-Anlagen mit folgenden Eigenschaften bezeichnet:

Eigenschaft Wert
Max. Modulleistung 2.000 Wp
Max. Wechselrichterleistung 800 W
Typische Modulanzahl 1–2 Module
Anschluss SchuKo- oder Wieland-Stecker

Leistungsklassen von Solaranlagen Balkonkraftwerke (0–2 kWp) im Vergleich zu anderen Solaranlagen

Wie funktioniert eine Solarzelle?

Die Funktionsweise einer Solarzelle basiert auf dem photovoltaischen Effekt: Wenn Licht auf eine Solarzelle trifft, werden Elektronen aus dem Material gelöst und erzeugen Strom.

Der PN-Übergang

Eine Solarzelle besteht aus zwei unterschiedlich dotierten Halbleiterschichten:

  • P-dotierte Schicht: Hat freie Elektronenplätze ("Löcher")
  • N-dotierte Schicht: Hat überschüssige Elektronen

An der Grenzzone (PN-Übergang) entsteht ein elektrisches Feld, das die Ladungstrennung ermöglicht.

Schematische Darstellung einer Solarzelle Der photovoltaische Effekt: Von Sonnenlicht zu Strom in 5 Schritten

Der Weg vom Photon zur Steckdose

  1. Photon trifft Elektron: Licht löst ein Elektron aus dem Atom
  2. Ladungstrennung: Elektron wandert zur positiven Seite, das Atom zur negativen
  3. Spannung entsteht: Durch die Ladungstrennung wird eine nutzbare Spannung erzeugt
  4. Strom fließt: Über die Kontakte kann der Strom abgeleitet werden
  5. Nutzung: Geräte im Haushalt können betrieben werden

Grundbegriffe der Solartechnik

Um die Zusammenhänge besser zu verstehen, hier die wichtigsten Begriffe:

Begriff Erklärung
Solarzelle Kleinste Einheit, wandelt Licht in Strom um
Solarmodul Viele zusammengeschaltete Solarzellen
Solarstring Mehrere zusammengeschaltete Module
Wechselrichter Wandelt Gleichstrom (DC) in Wechselstrom (AC)
MPPT Maximum-Power-Point-Tracker, optimiert die Leistung

Vorteile eines Balkonkraftwerks

Vorteil Beschreibung
Einfache Installation Oft ohne Fachpersonal möglich
Geringe Kosten Komplettsets ab ca. 300–600 €
Mieterfreundlich Kein Eingriff in die Bausubstanz nötig
Schnelle Amortisation Oft nach 3–5 Jahren
Umweltfreundlich Reduziert den CO₂-Fußabdruck
Mobil Kann bei Umzug mitgenommen werden

Nachteile und Grenzen

Nachteil Beschreibung
Begrenzte Leistung Max. 800 W Einspeisung
Standortabhängig Ausrichtung und Verschattung wichtig
Keine Vergütung Eingespeister Strom wird nicht bezahlt
Speicher teuer Batteriespeicher lohnen sich selten

Fazit

Kurzfassung: Balkonkraftwerke sind die ideale Lösung für Mieter und Stadtbewohner, die selbst Solarstrom erzeugen möchten. Mit einer Leistung von bis zu 800 W können sie einen Teil des Strombedarfs decken und sich nach wenigen Jahren amortisieren. Die vereinfachten gesetzlichen Regelungen seit 2024 machen den Einstieg einfacher denn je.

Im Anschluss: Montage und Installation von Balkonkraftwerken

Quellen