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Wärmepumpe: Der komplette Ratgeber

Wärmepumpen haben sich zur dominierenden Heiztechnologie entwickelt. Laut Statistischem Bundesamt wurden 2023 in über 70% aller Neubauten Wärmepumpen als primäre Wärmequelle installiert. Der weltweite Markt erreichte 2024 ein Volumen von rund 70 Milliarden US-Dollar.

Diese Entwicklung hat mehrere Ursachen: steigende Preise für fossile Brennstoffe, zunehmendes Umweltbewusstsein und attraktive Förderprogramme. Hinzu kommt der technische Fortschritt, der Wärmepumpen effizienter und leiser gemacht hat.

Dieser Ratgeber erklärt das Funktionsprinzip, vergleicht die verschiedenen Wärmepumpen-Typen, beleuchtet Kosten und Förderung und gibt Hinweise zur richtigen Dimensionierung. Sie finden außerdem Verweise auf unsere vertiefenden Fachartikel zu Einzelthemen.


Was ist eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe ist ein Gerät, das Wärme von einem niedrigeren auf ein höheres Temperaturniveau transportiert. Das Prinzip ist identisch mit dem eines Kühlschranks – nur das Ziel ist umgekehrt: Während der Kühlschrank seinem Innenraum Wärme entzieht und an die Umgebung abgibt, entzieht die Wärmepumpe der Umgebung Wärme und gibt sie an das Heizsystem ab.

Der Kreislauf in vier Phasen

Der Wärmepumpenkreislauf besteht aus vier aufeinander folgenden Phasen:

Phase Komponente Vorgang Aggregatzustand
1 Verdampfer Wärmeaufnahme aus der Umgebung Flüssig → Gasförmig
2 Verdichter Druckerhöhung und Erwärmung Gasförmig (heiß)
3 Verflüssiger Wärmeabgabe an Heizung Gasförmig → Flüssig
4 Expansionsventil Druckabbau und Abkühlung Flüssig (kalt)

Das Kältemittel durchläuft diesen Kreislauf kontinuierlich. Es nimmt bei niedriger Temperatur Wärme auf und gibt sie bei höherer Temperatur wieder ab. Der Verdichter (Kompressor) ist dabei die einzige Komponente, die elektrische Energie benötigt.

Physikalischer Hintergrund: Die Wärmepumpe widerspricht nicht der Thermodynamik. Die elektrische Energie des Kompressors ermöglicht den Transport von Wärme gegen das natürliche Temperaturgefälle.

Eine ausführliche Erklärung der physikalischen Grundlagen finden Sie im Artikel Der Anti-Kühlschrank: Wie funktioniert eine Wärmepumpe?.


Die Komponenten im Überblick

Jede Wärmepumpe besteht aus den gleichen Grundkomponenten, die im geschlossenen Kreislauf zusammenarbeiten:

Komponente Funktion Merkmale
Verdampfer Nimmt Wärme aus der Umgebung auf Wärmetauscher, großflächig
Verdichter Komprimiert das Kältemittel Elektrisch angetrieben, Hauptenergieverbraucher
Verflüssiger Gibt Wärme an Heizung ab Wärmetauscher, kompakt
Expansionsventil Reduziert Druck und Temperatur Drosselorgan, wartungsfrei
Kältemittel Transportiert die Wärme Verdampft bei niedriger Temperatur

Kältemittel im Wandel

Traditionelle Kältemittel wie R410A haben ein hohes Treibhauspotenzial (GWP). Moderne Wärmepumpen setzen zunehmend auf R290 (Propan) mit einem GWP von nur 3 (gegenüber 2088 bei R410A). R290 ist brennbar, weshalb die Füllmengen begrenzt und Sicherheitsabstände einzuhalten sind.

Details zu den einzelnen Bauteilen erklärt der Artikel Die Komponenten: Wärmetauscher, Kompressor und Expansionsventil.


Wärmepumpen-Typen im Vergleich

Wärmepumpen werden nach ihrer Wärmequelle und dem Wärmeträger für die Heizung klassifiziert. Die drei gängigsten Typen für Wohngebäude sind:

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme und überträgt sie auf das Heizungswasser. Sie ist der mit Abstand häufigste Typ in Deutschland.

Vorteile:

  • Geringe Installationskosten
  • Keine Genehmigung erforderlich
  • Flexible Aufstellung (innen oder außen)
  • Schnelle Installation

Nachteile:

  • Effizienz sinkt bei tiefen Außentemperaturen
  • Geräuschentwicklung der Außeneinheit
  • Höhere Betriebskosten als Sole-Wasser

Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)

Die Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt die konstante Temperatur des Erdreichs. Die Wärme wird über Erdkollektoren (horizontal) oder Erdsonden (vertikal) aufgenommen.

Vorteile:

  • Höchste Effizienz (konstante Quelltemperatur)
  • Geräuschlos (keine Außeneinheit)
  • Kann im Sommer passiv kühlen
  • Niedrigste Betriebskosten

Nachteile:

  • Hohe Investitionskosten (Bohrung)
  • Genehmigung für Sonden erforderlich
  • Große Grundstücksfläche für Kollektoren
  • Längere Planungs- und Bauzeit

Luft-Luft-Wärmepumpe

Die Luft-Luft-Wärmepumpe erwärmt direkt die Raumluft ohne Wasserkreislauf. Sie ist in Deutschland weniger verbreitet.

Vorteile:

  • Kann heizen und kühlen
  • Geringe Investitionskosten
  • Schnelle Reaktion auf Temperaturänderungen

Nachteile:

  • Keine Warmwasserbereitung
  • Erfordert Luftkanalsystem oder Innengeräte
  • Weniger effizient als wassergeführte Systeme

Vergleichstabelle der Wärmepumpen-Typen

Kriterium Luft-Wasser Sole-Wasser Luft-Luft
Anschaffung 10.000–20.000 € 18.000–35.000 € 8.000–15.000 €
JAZ 3,0–4,0 4,0–5,0 2,5–3,5
Platzbedarf Gering Groß (Erdarbeiten) Gering
Genehmigung Nein Ja (Sonden) Nein
Warmwasser Ja Ja Nein
Kühlung Optional Passiv möglich Ja
Geräusche Außeneinheit hörbar Leise Innengeräte hörbar
Ideal für Neubau, Altbau Neubau mit Grundstück Ergänzungsheizung

Mehr zu den verschiedenen Typen und der Kombination mit Solaranlagen erfahren Sie im Artikel Wärmepumpen-Typen und das Dreamteam mit Solaranlagen.


Kennzahlen verstehen: COP, JAZ, SCOP

Die Effizienz einer Wärmepumpe wird durch verschiedene Kennzahlen ausgedrückt. Das Verständnis dieser Werte ist entscheidend für die Bewertung und den Vergleich von Geräten.

COP – Coefficient of Performance

Der COP ist ein Momentanwert, der unter standardisierten Laborbedingungen (z.B. A2/W35 = 2°C Außenluft, 35°C Vorlauf) gemessen wird.

Berechnung:

COP = Wärmeleistung (kW) ÷ Elektrische Leistung (kW)

Ein COP von 4 bedeutet: Aus 1 kW Strom werden 4 kW Wärme erzeugt.

SCOP – Seasonal Coefficient of Performance

Der SCOP berücksichtigt verschiedene Betriebspunkte über eine Heizperiode und ist aussagekräftiger als der COP. Er wird nach DIN EN 14825 ermittelt und auf dem EU-Energielabel angegeben.

JAZ – Jahresarbeitszahl

Die JAZ ist die reale Effizienz einer installierten Wärmepumpe über ein gesamtes Jahr. Sie berücksichtigt alle Betriebsbedingungen, Teillast und Hilfsenergie.

Berechnung nach VDI 4650:

JAZ = Erzeugte Wärme (kWh/a) ÷ Verbrauchter Strom (kWh/a)

Bewertung der JAZ

JAZ Bewertung Typische Anwendung
< 3,0 Unzureichend Alte Anlagen, ungünstige Bedingungen
3,0–3,5 Akzeptabel Altbau mit hoher Vorlauftemperatur
3,5–4,0 Gut Standard-Neubau
> 4,0 Sehr gut Neubau mit Fußbodenheizung, Erdwärme

Förderbedingung: Für die BEG-Förderung ist eine JAZ von mindestens 3,0 nachzuweisen. Luft-Wasser-Wärmepumpen müssen zusätzlich eine Schallleistung von maximal 50 dB(A) einhalten.

Detaillierte Erklärungen zu den Kennzahlen und ihrer Berechnung finden Sie im Artikel Kennzahlen und Dimensionierung von Wärmepumpen.


Die richtige Größe wählen

Die korrekte Dimensionierung einer Wärmepumpe ist entscheidend für Effizienz und Komfort. Eine überdimensionierte Wärmepumpe taktet häufig (schaltet ein und aus), was den Verschleiß erhöht und die Effizienz senkt.

Heizlast als Basis

Die Heizlast gibt an, wie viel Wärmeleistung bei der tiefsten zu erwartenden Außentemperatur benötigt wird. Sie wird nach DIN EN 12831 berechnet.

Überschlagswerte für die spezifische Heizlast:

Gebäudetyp Spezifische Heizlast
Passivhaus 10–20 W/m²
KfW 40 25–35 W/m²
Neubau EnEV 2016 40–50 W/m²
Altbau nach 1995 60–80 W/m²
Altbau vor 1980 100–150 W/m²
Unsanierter Altbau vor 1960 120–180 W/m²

Faustformel für die Heizlast

Heizlast (kW) = Wohnfläche (m²) × Spezifischer Wert (W/m²) ÷ 1000

Beispiel: Ein Neubau mit 150 m² und 45 W/m² benötigt: 150 × 45 ÷ 1000 = 6,75 kW Heizlast

Zuschlag für Warmwasser

Für die Warmwasserbereitung wird ein Zuschlag addiert:

  • Durchschnittlicher Haushalt: +0,25 kW pro Person
  • Bei Warmwasser-Wärmepumpe: Entfällt

Komplettes Beispiel:

  • 150 m² Neubau: 6,75 kW
  • 4-Personen-Haushalt: +1,0 kW
  • Gesamt: 7,75 kW → Wärmepumpe mit 8 kW wählen

Überdimensionierung vermeiden: Eine um 20% zu große Wärmepumpe kann die Effizienz um 10–15% senken. Lieber knapp dimensionieren und bei Extremkälte einen Heizstab zuschalten.

Für eine exakte Berechnung nutzen Sie unseren Heizlast-Rechner.


Betriebsweisen

Je nach Gebäude und Anforderungen kommen unterschiedliche Betriebsweisen zum Einsatz.

Monovalenter Betrieb

Die Wärmepumpe deckt den gesamten Wärmebedarf allein. Dies ist der effizienteste Betriebsmodus.

Voraussetzungen:

  • Gut gedämmtes Gebäude (Neubau oder saniert)
  • Niedertemperatur-Heizsystem (max. 55°C Vorlauf)
  • Wärmepumpe auf Heizlast ausgelegt

Bivalenter Betrieb

Die Wärmepumpe arbeitet mit einem zweiten Wärmeerzeuger zusammen. Unterhalb einer bestimmten Außentemperatur (Bivalenzpunkt) schaltet sich die Zusatzheizung zu.

Varianten:

Variante Beschreibung
Bivalent-parallel WP und Zusatzheizung arbeiten gleichzeitig
Bivalent-alternativ Unterhalb Bivalenzpunkt nur Zusatzheizung
Bivalent-teilparallel Kombiniert beide Strategien

Hybrid-Betrieb

Ein Hybrid-System kombiniert Wärmepumpe und Gas-/Öl-Brennwertkessel in einem Gerät. Die Regelung wählt automatisch den wirtschaftlichsten Betrieb.

Entscheidungshilfe:

Situation Empfohlene Betriebsweise
Neubau, Fußbodenheizung Monovalent
Sanierter Altbau, niedrige VL Monovalent
Altbau mit Heizkörpern 60°C Bivalent oder Hybrid
Altbau, keine Sanierung geplant Hybrid

Details zu den Betriebsweisen erklärt der Artikel Betriebsweisen: Monovalent, Bivalent und Hybrid.


Kosten und Wirtschaftlichkeit

Die Kosten einer Wärmepumpe teilen sich in Anschaffung, Installation und laufende Betriebskosten.

Anschaffungskosten (inkl. Installation)

Wärmepumpen-Typ Kosten Bemerkung
Luft-Wasser 10.000–20.000 € Je nach Leistung und Hersteller
Sole-Wasser (Kollektor) 15.000–25.000 € Inkl. Erdkollektor
Sole-Wasser (Sonde) 18.000–35.000 € Inkl. Bohrung (80–120 €/m)
Wasser-Wasser 15.000–30.000 € Inkl. Brunnenanlage

Betriebskosten berechnen

Die jährlichen Stromkosten lassen sich mit folgender Formel abschätzen:

Stromkosten = Wärmebedarf (kWh/a) ÷ JAZ × Strompreis (€/kWh)

Beispiel:

  • Wärmebedarf: 15.000 kWh/a
  • JAZ: 4,0
  • Strompreis: 0,30 €/kWh

Stromkosten = 15.000 ÷ 4,0 × 0,30 = 1.125 €/Jahr

Vergleich der Heizsysteme

Kennzahl Wärmepumpe Gas-Brennwert Öl-Brennwert
Energiepreis 0,30 €/kWh 0,12 €/kWh 0,10 €/kWh
Wirkungsgrad/JAZ 4,0 0,95 0,90
Effektive Kosten 0,075 €/kWh 0,126 €/kWh 0,111 €/kWh
Bei 15.000 kWh/a 1.125 €/a 1.890 €/a 1.665 €/a

Die Wärmepumpe hat bei einer JAZ von 4,0 die niedrigsten Betriebskosten, obwohl Strom teurer ist als Gas oder Öl.

Förderung

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Wärmepumpen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG):

Komponente Fördersatz
Grundförderung 30%
Einkommensbonus (< 40.000 € Haushaltseinkommen) +30%
Klimageschwindigkeitsbonus (Austausch fossiler Heizung) +20%
Maximale Förderung 70%

Tipp: Die Förderung muss vor Beauftragung der Maßnahme beantragt werden. Informieren Sie sich über aktuelle Konditionen auf der BAFA-Website.


Wärmepumpe im Altbau

Die Installation einer Wärmepumpe im Altbau ist möglich, erfordert jedoch besondere Planung.

Herausforderungen

  • Hohe Vorlauftemperaturen: Alte Heizkörper benötigen oft 60–70°C
  • Schlechte Dämmung: Hohe Heizlast erfordert große Wärmepumpe
  • Platzmangel: Aufstellung der Außeneinheit kann schwierig sein

Lösungsansätze

Maßnahme Wirkung
Dämmung (Fassade, Dach) Senkt Heizlast um 30–50%
Fenstertausch Reduziert Wärmeverluste
Niedertemperatur-Heizkörper Ermöglichen 45–50°C Vorlauf
Fußbodenheizung (Teilflächen) Reduziert Vorlauftemperatur
Hybrid-System Ergänzt WP bei Extremkälte

Realistische JAZ-Erwartungen im Altbau

Gebäudezustand Vorlauftemperatur Erwartete JAZ
Unsaniert, alte Heizkörper 60–70°C 2,5–3,0
Teilsaniert 50–55°C 3,0–3,5
Saniert, neue Heizkörper 45–50°C 3,5–4,0
Saniert, Fußbodenheizung 35–40°C 4,0–4,5

Faustformel: Jede Absenkung der Vorlauftemperatur um 5°C verbessert die JAZ um etwa 0,3–0,5 Punkte.


Das Dreamteam: Wärmepumpe + Photovoltaik

Die Kombination von Wärmepumpe und Photovoltaikanlage bietet besondere Vorteile: Der selbst erzeugte Solarstrom betreibt die Wärmepumpe, wodurch die Betriebskosten sinken und die CO₂-Bilanz verbessert wird.

Synergien der Kombination

  • Eigenverbrauch steigern: Überschüssiger Solarstrom treibt die Wärmepumpe an
  • Stromkosten senken: Kostenloser Strom statt 0,30 €/kWh
  • CO₂-neutral heizen: Erneuerbare Energie für Wärme
  • Unabhängigkeit: Weniger Abhängigkeit vom Stromnetz

Dimensionierungsempfehlung

Komponente Dimensionierung Beispiel (150 m²)
Wärmepumpe Nach Heizlast 8 kW
PV-Anlage Normale Größe + 2–3 kWp 10 kWp
Batteriespeicher Optional, 8–12 kWh 10 kWh

Beispielrechnung

Ausgangssituation:

  • 150 m² Neubau, 4 Personen
  • 8 kW Wärmepumpe, JAZ 4,0
  • Wärmebedarf: 15.000 kWh/a → Strombedarf WP: 3.750 kWh/a
  • Haushaltsstrom: 4.000 kWh/a
  • Gesamt: 7.750 kWh/a Strombedarf

Mit 10 kWp PV und 10 kWh Speicher:

  • PV-Ertrag: ca. 10.000 kWh/a
  • Eigenverbrauch: ca. 5.000 kWh/a (50%)
  • Autarkiegrad: ca. 65%
  • Strombezug: nur 2.750 kWh/a
  • Einsparung: ca. 1.500 €/a

Mehr zur Kombination im Artikel Wärmepumpen-Typen und das Dreamteam mit Solaranlagen.


Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile

Vorteil Erläuterung
Hohe Effizienz JAZ 3–5: Aus 1 kWh Strom werden 3–5 kWh Wärme
Umweltfreundlich Keine direkten CO₂-Emissionen, erneuerbar mit Ökostrom
Niedrige Betriebskosten Bei guter JAZ günstiger als Gas/Öl
Lange Lebensdauer 15–25 Jahre, wartungsarm
Kein Brennstofflager Kein Öltank, kein Gasanschluss erforderlich
Kühlung möglich Viele Modelle können im Sommer kühlen
Förderung Bis zu 70% staatliche Zuschüsse

Nachteile

Nachteil Erläuterung
Hohe Investition 10.000–35.000 € je nach Typ
Stromabhängig Bei Stromausfall keine Heizung
Effizienz bei Kälte Luft-WP verliert bei -15°C deutlich
Geräuschentwicklung Außeneinheit ist hörbar (35–50 dB)
Niedrige Vorlauftemperatur Nicht für alle Heizsysteme geeignet
Planungsaufwand Sorgfältige Auslegung erforderlich

Häufige Fragen (FAQ)

Lohnt sich eine Wärmepumpe im Altbau?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Entscheidend sind die erreichbare Vorlauftemperatur und die Heizlast. Bei Vorlauftemperaturen unter 55°C und einer JAZ von mindestens 3,0 ist eine Wärmepumpe wirtschaftlich sinnvoll. Ein Hybrid-System kann die bessere Wahl sein, wenn hohe Vorlauftemperaturen erforderlich bleiben.

Wie laut ist eine Wärmepumpe?

Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen Schallleistungspegel von 35–55 dB(A). Zum Vergleich: Ein Kühlschrank erzeugt etwa 40 dB(A), normale Gesprächslautstärke liegt bei 60 dB(A). Die Aufstellung sollte Mindestabstände zu Nachbarn und Schlafzimmern einhalten.

Wie lange hält eine Wärmepumpe?

Die Lebensdauer beträgt bei regelmäßiger Wartung 15–25 Jahre. Der Verdichter ist das verschleißanfälligste Bauteil. Häufiges Takten (Ein-/Ausschalten) verkürzt die Lebensdauer, weshalb eine korrekte Dimensionierung wichtig ist.

Welche Vorlauftemperatur ist optimal?

Je niedriger, desto effizienter. Richtwerte:

  • Fußbodenheizung: 30–35°C
  • Niedertemperatur-Heizkörper: 45–50°C
  • Konventionelle Heizkörper: 55–60°C

Pro 5°C niedrigerer Vorlauftemperatur steigt die JAZ um ca. 0,3–0,5 Punkte.

Kann eine Wärmepumpe auch kühlen?

Viele Wärmepumpen können reversibel betrieben werden und im Sommer kühlen. Luft-Wasser-Wärmepumpen bieten aktive Kühlung, Sole-Wasser-Systeme passive Kühlung über das Erdreich. Die Kühlleistung ist begrenzt und ersetzt keine Klimaanlage.


Fazit

Kernaussage: Wärmepumpen nutzen Umgebungswärme und arbeiten mit JAZ-Werten von 3 bis 5 deutlich effizienter als fossile Heizsysteme. Die Technologie eignet sich für Neubauten optimal und funktioniert auch im Altbau – vorausgesetzt, die Vorlauftemperatur kann auf unter 55°C begrenzt werden. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage ermöglicht die Wärmepumpe nahezu CO₂-neutrales Heizen.

Die Wahl des richtigen Wärmepumpen-Typs hängt von Gebäude, Grundstück und Budget ab. Luft-Wasser-Wärmepumpen bieten den besten Kompromiss aus Kosten und Effizienz, während Sole-Wasser-Systeme bei ausreichend Platz die höchste Effizienz erreichen.


Die komplette Artikelserie „Wärmepumpen"

  1. Wärmepumpe: Der komplette Ratgeber – Sie sind hier
  2. Der Anti-Kühlschrank: Wie funktioniert eine Wärmepumpe? – Physikalische Grundlagen
  3. Die Komponenten: Wärmetauscher, Kompressor und Expansionsventil – Bauteile im Detail
  4. Kennzahlen und Dimensionierung von Wärmepumpen – COP, JAZ, SCOP
  5. Betriebsweisen: Monovalent, Bivalent und Hybrid – Betriebsarten erklärt
  6. Wärmepumpen-Typen und das Dreamteam mit Solaranlagen – Typen & Kombination mit PV

Quellen


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